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Sektion 3|Hanseapolis. Präludium

Autor: Pharo, Miriam
Lieferbar in 48 Stunden
Produktart: Buch
Seiten: 320
Größe: 19x12,5
Sprache: Deutsch
Auflage: 1 Erstauflage
Verlag: ACABUS Verlag
- Inhalt
- Leseprobe
- Rezension
Auf Phantastik-Couch.de, von Elmar Huber (November 2012)
Stilecht treibt in einem Kanal von Cupola V, dem privatisierten update von Venedig, eine Leiche. Aldo Farouche, der per Nanokamera eindeutig identifizierte Mörder hat sich nach Hanseapolis abgesetzt, was die Kuratorin von Cupola V nötigt, einen Gefallen ihres Cousins Fox Sternheim, Leiter der Sektion 3 in Hanseapolis, einzufordern. Sternheim setzt Elias Kosloff und Lou Ann Marino auf den Fall an, die bald herausfinden, dass Farouche bereits sein nächstes Verbrechen plant. Jedoch häufen sich auch die Ungereimtheiten in dem Fall und die beiden Ermittler finden heraus, dass das wahre Ziel der Drahtzieher die Originalpartitur der 24 Präludien von Fredéric Chopin sind und dass die Kreise, die das Verbrechen zieht, viel weitreichender sind, als zunächst angenommen.
Während die beiden Vorgängerbände „Schlangenfutter“ und „Schattenspiele“ einen (zweigeteilten) Fall für Elias Kosloff und Greenhorn Louann Marino, inklusive der unvermeidlichen Annährung der beiden ungleichen Partner boten, wird mit „Präludium“ ein komplett neuer Auftrag für die beiden Ermittler geboten. Die Handlung setzt nur kurz nach dem Ende von „Schlangenfutter“ ein und die Wellen, die der Fall geschlagen hat, sind nach wie vor spürbar. Dessen ungeachtet setzt der Sektion 3-Leiter Kosloff und Marino sofort auf den Fall Aldo Farouche an, der sich lediglich als die Spitze des Eisbergs erweist.
Stilistisch hat sich in „Präludium“ nichts getan. Nach wie vor schüttelt Miriam Pharo in schneller Folge immer neue Schauplätze, Gimmicks und Details aus dem Autorinnenärmel, die ihre von „Blade Runner“ inspirierte Welt lebendig machen. Durch andauernden Einschübe, Beschreibungen und Erklärungen wird allerdings auch der Lesefluss etwas gebremst, zumal die meisten davon die Handlung nicht weiter bringen. Da das Grundtempo allerdings beträchtlich ist, kann man darüber gut hinwegsehen.
Nach wie vor sind auch Szenenaufbauten und Szenenwechsel sehr gut konstruiert, so dass es nicht schwer fällt, einen entsprechenden Film im Kopf ablaufen zu lassen. Auch die Story hat Miriam Pharo – trotz der zahlreichen Wendungen – jederzeit gut im Griff und es gelingt ihr auch, die ungeschriebenen Zwischentöne sehr gut zu vermitteln. Man spürt beim Lesen förmlich das Knistern zwischen Kosloff und Marino, das sich beide nicht eingestehen wollen.
Formal hat sich Frau Pharo selbst die Vorgabe gesetzt, die 24 Kapitel des Romans analog der 24 Präludien von Fredéric Chopin zu benennen und zu gestalten, d.h. ruhige Stücke (z.B. „Lento“) entsprechen zurückhaltenden Kapitelinhalten, während in „Molto allegro“ die Post abgeht.
In Sachen Covergestaltung hat „Präludium“ noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht. Obwohl es sich beim Titelbild um ein offenbar bestehendes Foto/Fotomontage handelt, ist die Verbindung zu Venedig/Cupola V natürlich genial. Auch die Gestalt mit der Pestmaske im Vordergrund findet sich im Roman wieder.
Insgesamt ist „Präludium“ – wie die Vorgängerbände – ein knackiger SF-Thriller, den man durchaus unabhängig von den Vorgängern lesen kann. Für meinen Geschmack wurde jedoch etwas zu viel Wert auf Staffage gelegt.
Online: http://www.phantastik-couch.de/miriam-pharo-praeludium.html
Auf PhantaNews.de, von Stefan Holzhauer (30.10.2012)
Nach SCHLANGENFUTTER und SCHATTENSPIELE legt die Autorin Miriam Pharo mit PRÄLUDIUM den dritten Band um die Polizei-Sektion 3 der Metropole Hanseapolis vor. Erneut wird das Ermittlerteam Elias Kosloff und Louann Marino mit einem undurchsichtigen Fall konfrontiert und erneut müssen die Detectives feststellen, dass sich hinter einem vermeintlich simplen Verbrechen viel mehr verbirgt, als man angenommen hätte.
Ich war sehr gespannt, ob die Autorin in der Lage sein würde, die Qualität des vorangegangenen Doppelbandes halten zu können. Wobei in den ersten beiden Romanen eine Geschichte erzählt wird, im Falle von PRÄLUDIUM ist die Handlung abgeschlossen. Auch dieses Buch ist beim Acabus-Verlag erschienen.
Die vierundzwanzig Kapitel des Romans sind nach Chopins Präludien benannt und sollen auch vom Tempo her die Geschwindigkeit des musikalischen Vorbilds widerspiegeln. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich Chopins Präludien nicht intim kenne, deswegen kann ich hierzu wenig sagen. Allerdings bin ich durchaus in der Lage, Begriffe wie »molto agitato« zu verstehen und erkenne an, dass im Kapitel dann auch entsprechend die Post abgeht.
Miriam Pharo breitet erneut die dystopische Zukunft vor dem Leser aus, die sie uns in vorangegangenen Romanen und auch in der eBook-Reihe ISAR 2066 vorgestellt hat. Und wie zuvor ist diese Zukunft dicht beschrieben, voller kleiner und großer technischer Details, die den SF-Fan erfreuen, und souverän vor dem Leser ausgebreitet. Man kauft ihr diese Zukunft einfach ab – und das ist einer der Hauptgründe für ein fulminantes Lesevergnügen – neben der Thrillerhandlung, die auch ohne die SF-Elemente bestehen könnte, aber natürlich ohne sie keinen Sinn macht.
Wenn man der Autorin etwas vorwerfen könnte, dann wäre das vielleicht, dass es möglicherweise ein paar Handlungsebenen, Verzwickungen und Nebencharaktere mehr gibt, als gut ist. Aber das ist vermutlich Geschmackssache und tatsächlich tut diese Vielfalt dem Roman eher gut als dass es negativ zu bewerten wäre.
Ein wirklicher Kritikpunkt sind für mich die eingeschobenen Infobreaks, die auch in PRÄLUDIUM wieder zu finden sind und in denen das Yahoogle Investigation Network Begriffe aus der Zukunft des Jahres 2066 erläutert. Die Einschub-Boxen an sich halte ich nach wie vor für eine brilliante Idee, leider kann ich das von der technischen Umsetzung nicht sagen, denn die Schrift ist für den grauen Hintergrund leider zu klein und zu verschnörkelt. Das wäre ohne die Hintergrundfarbe noch in Ordnung gegangen, mit ihr ist es aufgrund des hierbei nicht gut gelungenen Druckes Augenpulver. In Zukunft also bitte den Hintergrund einfach farblos lassen und die Infoboxen vielleicht anders abheben, beispielsweise durch einen Rand und einen etwas ausgeprägteren Schlagschatten.
Das ist aber, wie gesagt, ein technisches Problem des Drucks und durchaus keine inhaltliche Kritik, denn da lässt sich nichts Bemaulenswertes finden.
Vielmehr kann man sich an Sätzen erfreuen wie:
Genau jetzt wurden hinter verschlossenen Fenstern Masken an– und Skrupel abgelegt.
Solcherlei findet man zur Freude des Rezensenten immer wieder mal in Präludium – wie auch schon in den Vorgängerromanen. Die Autorin kann erfreulicherweise nicht nur mit der Zukunft umgehen, sondern ist auch noch in der Lage, solche Satz-Kleinodien wie den eben gelesenen abzuliefern. Wer sich angesichts dessen immer noch über die technischen Fachbegriffe und Anglizismen aufregen möchte, der soll das von mir aus tun – aber mir bitte nicht damit auf die Nerven gehen. Wie bereits in den Vorgängern sorgen die englischen »Fachbegriffe« für Kolorit, machen einen Teil des Faszination aus und gehören eben zum Stil der Autorin, ebenso wie deutlich durchschimmernde Anleihen bei US-Fernsehserien und Filmen. Und ich stehe darauf.
Erneut liefert Miriam Pharo, was angekündigt war: einen unterhaltsamen, temporeichen und vor allem intelligenten Thriller in einem sauber durchkonstruierten und leider zu glaubwürdigen Science Fiction-Setting. Mit Protagonisten, die trotz aller Eigenheiten und stellenweise finsterer Hintergründe durchaus sympathisch sind und Ecken und Kanten besitzen. Ich würde mir allerdings für einen eventuellen vierten Band wünschen, dass Marino Kosloff mal richtig zeigt, wo der Hammer hängt — und dass man mehr über die Bruderschaft erfährt … Ja, daraus kann man durchaus entnehmen, dass ich mich über einen weiteren Roman der Reihe freuen und ihn definitiv lesen würde.
Lesen. Gutes Stichwort … Lest das!
p.s.: es kann nicht schaden, zuvor die ersten beiden Bände zu konsumieren, um Setting und Charaktere kennen zu lernen, hint … hint …
Online: http://phantanews.de/wp/aartikel/miriam-pharo-praludium/
Auf zauberspiegel-online.de, von Ingo Löchel (2012)
Die Europäische Föderation im Jahr 2066: In Venezia a Cupola (Venedig) ist Karneval – wie jeden Tag seit die einstige Lagunenstadt vom Medienkonzern Glob4Kic! zum Freizeitpark umfunktioniert wurde.
In den nächtlichen Wirren des Festes erschlägt der talentierte Dieb Aldo Farouche einen Hehler und flüchtet Hals über Kopf nach Hanseapolis.
Nella Sciutto, die Kuratorin von Venezia a Cupola (Venedig) informiert Fox Sternheim, ihren Cousin zweiten Grades und Leiter der Sektion 3.
Dieser beauftragt seine beiden Ermittler Elias Kosloff und Louann Farouche ausfindig zu machen.
Kurze Zeit später wird die kristallisierte Leiche von Aldo Farouche in Hanseapolis gefunden. Elias Kosloff und Louann Marino stehen vor einem Rätsel.
Welches Geheimnis birgt der bei dem Toten gefundene Jeanne-Kristall? Und wo befinden sich die mysteriösen Präludien, die in Zusammenhang mit dem Mord zu stehen scheinen?
Kosloff und Marino werden immer weiter in ein undurchsichtiges Netz aus Täuschungen verstrickt. Glob4Kic!, die Wölfin aus Ramla City, die Bruderschaft der Schwarzen Schlange – jeder der Kontrahenten verfolgt ein eigenes Ziel. Der finale Kampf um Macht und Kontrolle ist der Schlusspunkt der atemlosen Jagd nach den Präludien!
Louann Marino und Elias Kosloff, die beiden Ermittler aus SCHLANGENFUTTER und SCHATTENSPIELE sind zurück. Und glücklicherweise kann PRÄLUDIUM in puncto Spannung und Ideenreichtum an die beiden Vorgänger-Romane anknüpfen und bietet eine ebenso ausgewogene Mischung aus Krimi, Thriller und SF.
Und der Roman hat noch einen Vorteil. Er kann ohne Vorkenntnisse und unabhängig von SCHLANGENFUTTER und SCHATTENSPIELE gelesen werden, was auch nicht eine Selbstverständlichkeit ist.
Glücklicherweise gehört Miriam Pharon nicht zu den Autorinnen, die mit ihren Romanen eine 08/15-Handlung sowie oberflächliche Unterhaltung bietet, wie man sie derzeit zu Genüge in den Buchhandlungen angeboten und präsentiert bekommt. Und so gelingt es der Autorin auch mit PRÄLUDIUM, ihrem dritten Roman, diese uniforme Buchunterhaltung zu durchbrechen. Und das ist schon eine Menge in der heutigen Zeit.
Online: http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/fantasy-unter-der-lupe-336/19982-phantastisches-aus-dem-acabus-verlag
Buchtrailer:
Hendrik Schulthe rezensiert im Podcast SchönerDenken “Präludium”:
Mit Blaulicht durch die Zukunft (Dritter Einsatz) (04.10.2012)
“Präludium”: Mit Blaulicht durch die Zukunft (Dritter Einsatz)
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